Herz und Emotion

Herzenssache und Emotion – wer braucht das schon? (als pdf)

Herz, Herzensbildung, Bedürfnisse und Emotionen, viel zu selten werden sie geachtet, beachtet, erfüllt und respektiert. Funktionieren ist in einer Welt der Technik das oberste Gebot. Die technische Strahlung macht Menschen nüchtern, sachlich und leider auch herzlos. In unserer technischen Zeit ist Wut oft die einzige Emotion, die ausgedrückt wird. Stress, Hektik und Anforderungen machen das Klima rau, denn im Trubel ist für Höflichkeit keine Zeit. Ein geschlossenes Herz verhindert, dass man den anderen versteht und schiebt alle möglichen Erklärungen in den Vordergrund, die in Wahrheit nur eines sind: Ausreden.

Schutz vor Verletzungen soll ein geschlossenes Herz bringen, wenn es in Wahrheit doch genau anders herum ist: die Verletzungen werden mehr und mehr und es ist unsere eigenen Schuld. Ein verschlossenes Herz isoliert, macht krank und reduziert die positive, hoffnungspennende Vorbildwirkung von Erwachsenen auf Kinder. Den Erfolg hat Herzlosigkeit in den letzten Jahrzehnten nicht reduziert, aber auch das beginnt sich zu ändern. Jetzt, wo die Energien der Herzensströme endlich wieder zurückkommen und jedes Herz finden, zeigt sich, wessen Herz stark genug ist das auch auszuhalten. Zu häufig kommt es zu Aortarissen, Selbsthass, und völliger Überforderung, weil eine der natürlichsten Gaben in die Welt zurückkehrt: die Herzenssache. 

Ja, Herzen haben Macht. Sie können zerstören, machen wir uns nichts vor, denn auch der Hass ist eine Macht des Herzens. Sie können aber vor allem beleben, wenn man lernt, die Energien des Herzens zu leben, zu lenken und zuzulassen. Viele tun sich schwer zuzulassen, vor allem dann, wenn die Verletzungen im Herzen die Regel waren, und nicht die Ausnahme. Doch es hilft nicht, die Macht ist zurück und wir sind, wie junge Yediritter, eingeladen, sie stark werden zu lassen.

Herzensbildung bringt uns viele schöne Gaben: sie bringt uns die Annahme des anderen mit all seinen Stärken und Schwächen. Sie bringt Eltern die bedingungslose Liebe, die sie für ihr Kind empfinden (sollen). Herzensbildung bringt Takt, der uns überlegen lässt, ob eine Wahrheit notwendig ist und wie man sie am schonendsten ausspricht.

Die Herzenskraft ist da. Sie klärt, sie schafft Verbindungen, sie macht frei und sie erinnert uns an unseren Wert und den der anderen. Sie wird alte, fast vergessene Tugenden wieder beleben. Darunter die wahre Liebe, die Verfolgung der eigenen Ziele und die wunderbare Gabe des Verzeihens, der Gnade, der Güte und der Wärme. 

Verzeihen ist eine Gabe, die fast verloren gegangen ist, bei Männern wie bei Frauen. Warum? Verzeihen setzt Verständnis voraus und Verständnis braucht Anstrengung, Zeit und herzhafte Ruhe.

Verständnis ist eine typisch männliche Eigenschaft. Doch viele Männer wissen nicht mehr, wie sie ihr Ritterherz be-leben, und lassen sich alleine von ihrer Ehre leiten. Ehre ist gut, Ehre ist die Ursubstanz des Mannes, doch bereits in der Ursubstanz ist sie gepaart mit anderen Eigenschaften. Ehre ohne Verständnis führt zu sturem Stolz und eitler Härte. Im Ritterherz erkennt der Mann, was tatsächlich geschehen ist, begreift, erfasst und versteht und kann wieder Wärme und Güte verspüren, seine Familie aus dieser Krise führen. 

Technische Belastungen, Stress und die Energie von Neid und Kälte, sowie der Gesellschaftsdruck sind der Gegenwind, gegen den es sich zu behaupten gilt. Die Gesellschaft erwartet von Männern nicht mehr Ritter zu sein und von Frauen nicht mehr Frauen zu sein, sie unterdrückt diese Eigenschaften eher. Doch an den Urenergien hat sich nichts geändert und sie drängen nun wieder stärker hervor. Es ist das Herz, das es schaffen kann alles in Balance zu halten. Nicht Hippie, nicht Yuppie, sondern souveräner, stabiler Mensch. 

Frauen werden bei Stress zickig oder bedürftig, bewältigen dafür enorme Krisensituationen besser als Männer. Der schiere Überlebenskampf und das Gefühl ausgeliefert und schutzlos zu sein dominierten die letzten Monate und Jahre. Viele Frauen haben vergessen, dass es Menschen gibt, die auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen weil sie alleine “ihren Mann” stehen und die männlichen Eigenschaften, die alle Frauen haben, im Übermaß ausleben mussten. Kavaliere waren Mangelware und wenige Frauen genossen den Schutz eines Mannes. Entweder weil der Mann fehlt(e) oder weil “zu schützen” aus der Mode gekommen ist.

Der Frau Schutz angedeihen zu lassen hat nichts mit Unterdrückung oder mangelnder Wertschätzung zu tun. Im Gegenteil ist es die Wertschätzung für diesen besonderen Schatz, die den Schutz möglich macht. Es ist das Anerkennen und Hochhalten der Polaritäten, der harmonischen Ergänzung zweier Gegensätze. Denn eben weil Mann und Frau dieselben Gaben in unterschiedlichen Ausprägungen haben, fließt Energie zwischen ihnen in wallenden Strömen. Ein Beispiel: Die meisten Frauen fürchten sich in Tiefgaragen, nichts wäre leichter als eine Frau zu ihrem Auto zu begleiten, das ist Schutz. 

Gnade, Wärme, Güte, all das setzt Verständnis voraus. Das heißt Liebe ist nicht mit Zuckerwatte und Romantik gleichzusetzen, denn Verstehen braucht sachliche Intuition und beherrschte Emotion. Liebe ist nicht Kalkül, aber das Herz am rechten Fleck zu haben drückt sich für jeden Menschen anders aus: von selbstlos über großzügig bis elegant spannt sich das Band. Jeder findet seinen Platz und niemand bleibt dabei allein. 

Möge die Macht mit Ihnen sein und Ihr Herz Sie anleiten, das Richtige zu tun. 

Ritterherz
Damenherz
Verständnis Vergeben Fürsorge
Liebe Verzeihen Wärme
Selbstachtung Wertschätzen Herzlichkeit
Selbstwert Achten Selbstannahme
Stolz Humor Selbstwert
Kühnheit Lachen Intelligenz
Verwegenheit Heiterkeit Begreifen
Mut Magie Liebe
Ehre
Neugierde