Alkohol und Quarantäne

ALKOHOL, SÜSSES UND QUARANTÄNE – WARUM STEIGT DIE PARTYLAUNE?

Vier Wochen Hausarrest sind ungewohnt. Vier Wochen, die sich ein bißchen anfühlen wie Weihnachten in der Endlosschleife: es gibt zwar keine stressigen Besuche, aber jede Menge Essen als Seelentrost und zur Entspannung. Es fällt schwerer Kuchen, Schokolade und auch guten Getränken zu widerstehen. Aber wieso? Traditionelle Chinesische Medizin, Biologie und Erziehung liefern Erklärungen. Dieser Artikel liefert dazu auch Alternativen und beantwortet die Frage, ab wann der Griff zu Süßem oder dem Drink gefährlich wird. 

TCM

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) sind Organen auch Emotionen zugeordnet. Die Leber reguliert demnach nicht nur Entgiftung, Zuckerstoffwechsel und Blutversorgung, nach der TCM werden mit ihr auch die Emotionen Wut, Passivität, Hilflosigkeit, keine Wahl haben und Veränderung verarbeitet. Auch Stress und Druck belasten die Leber. Gemeinsam mit der Gallenblase ist die Leber in Extremsituation gefordert, uns beim Wachstumsprozess zu unterstützen, und die Veränderung zu integrieren. 

Deswegen hat Alkohol eine entspannende Wirkung. Und auch fettes Essen. Beide beschäftigen Leber und Gallenblase und dämpfen so unsere Fähigkeit die zugeordneten Emotionen wahrzunehmen.

Süße Getränke, Zucker und Naschereien sind – zumindest vorübergehend – eine Wohltat. Mit ihnen werden Milz und Magen angesprochen. Zu den Emotionen, die der Milz zugeordnet sind, gehören Zukunftsangst, Zuversicht und Zutrauen. Gemeinsam mit dem Magen hilft sie uns zu verdauen und unsere Gedanken freiwillig mit der Welt zu teilen. 

Nicht immer ist Süßhunger das, was er zu sein scheint. Die Lust auf Süßes entsteht auch dann, wenn man durstig ist. Durst ist ein Signal, das der Körper nur senden kann, wenn er noch ausreichend Flüssigkeit hat. Ohne Wasser ist er darauf angewiesen, eine verschlüsselte Botschaft zu senden.Gib mir Süßes heißt übersetzt: ich brauche Wasser. 

Ohne Wasser arbeiten Niere und Blase nicht oder nicht optimal. Angst, die innere Führung, Anspannung und Mutlosigkeit sind Emotionen, die die TCM diesen beiden Organen zuschreibt. Wenn wir mehr Angst verspüren, in unsicheren Zeiten leben oder nich keine Vergleichswerte haben, müssen die Nieren mehr arbeiten. Dazu brauchen sie Wasser. Bekommen sie das nicht, kann es zu Mangelerscheinungen kommen: Heißhunger, Angst, Blasenentzündung können die Folge sein. 

ESSEN UND ENDORPHINE

Endorphine sind Botenstoffe, auch Neurotransmitter genannt. Auch Botenstoffe haben eine Arbeitsteilung. Endorphine werden zur Schmerzlinderung ausgeschüttet. Diese körpereigenen Morphine bekommen wir auch, wenn etwas Gutes geschieht, weshalb sie manchmal als Glückshormone bezeichnet werden.  

Die Glücklichmacher stecken zum Beispiel in Schokolade und Kohlehydraten.Deswegen fällt es so schwer, auf Pasta, Kartoffel und Zucker zu verzichten. 

Es gibt Hinweise, dass auch erlerntes Verhalten zu Endorphinausschüttung fühlen kann. Haben wir nicht alle gelernt, dass Essen glücklich machen kann? Besondere Leistungen werden mit Essen gefeiert, Herzschmerz wird mit Eis gelindert, und zur Belohnung gibt’s ein Eis.  

BOTENSTOFFE UND DAS IMMUNSYSTEM

Alle Botenstoffe, Endorphine, Dopamine, Serotonine usw., wirken direkt auf unser Immunsystem. In den letzten Jahren konnte diese Wirkung wissenschaftlich belegt werden. Ängste, Freude, Schocks, Schmerzen bewirken eine Ausschüttung von Botenstoffen. Nicht immer ist das gut. Psychische Belastungen führen zu Kortisolausschüttungen, die das Immunsystem hemmen. Auch das Lymphsystem wird von den Reaktionen auf psychische Belastungen geschwächt. (Quelle: Karger)

Dabei ist zu bedenken, dass nicht nur die eigene Angst geeignet ist, diese Reaktionen hervorzurufen. Gute Laune, aber auch andere Emotionen, sind ansteckend. Die Erklärung dafür liefert die Quantenphysik: in Experimenten konnte gezeigt werden, dass Informationsübertragung auch zwischen Zellen (Menschen) funktioniert, die nicht miteinander per Telefon etc verbunden sind. Auch Pflanzen und Bäume kommunizieren auf diese Weise miteinander, was unter anderem in einer BBC Dokumentation schön zu sehen ist. 

Faktum ist: die Angst der anderen lässt uns nicht kalt. Sie ist ansteckend, im doppelten Wortsinn. Sie packt uns, und sie schwächt das Immunsystem. 

Daher ist es wichtig diesem Umstand überlegt zu begegnen. 

ANREGUNGEN

Eine gesunde Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und bewusste mentale Abgrenzung helfen. 

Gesunde Alternativen zu Schokolade sind Kompotte, Nussmus, und Smoothies. Tanzen, Musik, frische Luft machen glücklich. Eine gemüsebasierte Ernährung stärkt das Immunsystem. Außerdem verbraucht das System (Körper-Geist-Seele-Energie) beim Verarbeiten der Nahrung weniger Energie und hat so mehr Spielraum für externe Belastungen (psychosozialen Stress, Elektrosmog, Ängste,..) Auch tiefe Atmung, gutes Kauen und kreative Arbeiten sind gesund und unterstützen die Leber. Malen, Basteln, Schreiben, Musizieren sind wunderschöne Möglichkeiten sich zu entspannen oder als Familie zusammen zu kommen. 

Fakten zu Sucht / Alkoholismus/ Esstörungen

ALKOHOL(ISMUS) / SUCHTKRANKHEIT ALLGEMEIN

Alkoholkrank ist man nicht erst dann, wenn man jeden Morgen zum Bier greift. Formen des Alkoholismus reichen vom sog. Quartals- und Gelegenheitssäufer bis hin zum Spiegel- und Rauschtrinker. Wann jemand die Schwelle vom Trinker zum Kranken überschreitet, ist schwer zu definieren. 

Anzeichen für Abhängigkeit (Alkohol, Drogen..) können ein gesteigertes Verlangen, ein verändertes Sozialverhalten, Kontrollverlust und Entzugserscheinungen sein. 

Frauen bauen Alkohol schlechter ab als Männer, die gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind schlimmer (Quelle:WHO)

ESSSTÖRUNGEN

Essstörungen sind dort im Vormarsch, wo ein Überfluss an Nahrung auf weiter Faktoren trifft, zB Schlankheitsdruck. Die bekanntesten Erscheinungsformen sind Anorexie (Magersucht), Bulimie  (Ess-Brech-Sucht) und Binge-Eating (Fressattacken). 

Eine Essstörung ist eine Verhaltensstörung, bei der die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema „Essen“ eine zentrale Rolle spielt. Essstörungen betreffen die Nahrungsaufnahme oder deren Verweigerung. Sie hängen meist mit psychosozialen Problemen sowie mit der Einstellung zum eigenen Körper zusammen (Psychosomatik) und können zu ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden führen. Essstörungen sind oft Symptome für ein tief verstecktes (seelisches) Problem, wird die Ursache nicht gefunden, ist eine Heilung schwierig bzw besteht die Gefahr, dass die Sucht sich verlagert. Eine Essstörung muss anders behandelt werden wie ein Substanzmißbrauch. Nahrung ist lebensnotwendig.

Wenn Essen der einzige Trost ist, ihr Kind auffallend wenig ist, oder sich an ‘dürren’ Vorbildern orientiert, ist Hilfe angezeigt. 

Quellen: Dr. Anita Johnston, WHO, Wikipedia