Botschaft

DIE NATUR UND IHRE BEWOHNER

Es war einmal vor langer Zeit, da wussten die Bewohner der Welt, die sich selbst Menschen nennen, dass sie doch gar nicht die einzigen Menschen auf diesem Planeten sind. Wir Menschen, also wir Kleinen, Feinen, Feen, Littlies, wir sind die eigentlichen Menschen, wenn man uns fragt. Es ist doch eine Schande, dass sie uns diesen Namen einfach weggeschnappt haben.

Doch was soll’s, die Muggl sind nun mal wie sie sind. Ungestüme Kinder, wilde Bälger, naive Herrscher. Ach, was haben wir in all den Jahren nicht schon erlebt, gesehen, erlitten, erduldet. 

Doch die Muggl, lernen Sie? Wir fragen uns wir fragen uns – wir denken, wir spüren. Es scheint, dass es derzeit zu viele Sorgen gibt, um das Übersinnliche als banal abzutun. Es scheint, dass es derzeit zu viele Ängste gibt, um zu sagen Empathie ist wirr. Es scheint, es scheint, dass endlich eine unsere Stimme hört und ein bisschen Zeit und Geduld mitbringt, weil wir nicht in linearen Kopfmustern denken, sondern den warmen, mäandernden Mustern der Herzensflüsse.

Ja wir – die Menschen. wir sind Feen, Elfen, Gargoyles, Zwerge, Lichtschrate, Waldschratte, Leprechaun, Faun, Blumenelfen, Devas, Sprites und Wasserwesen, Einhörner, Drachen, … und es gibt sie auch alle in dunkel. Brrr. Aber davon sprechen wir heute hier nicht. Brr.. pfui!

Drache aus buntem, rosa Licht auf angedeutetem Felsen vor violettem Hintergrund – pixabay artist

Wir sind so viele und wir sind immer da.

Wir waren als erster da. Und wieso sollen wir jetzt nicht wieder nehmen was uns gehört? Ein schöner Stift, ein Stück Draht, ein bißchen am Honig schleckern. Mmm, wir lieben das. Aber die Muggl – nicht. Nein, nein, die Muggl nicht. 

Naja, manche sind keine Monster, Aber sie sind so laut. So laut. So laut. 

LAUT

L   –  A  –  A  –  U  –  T.

Hörst Du sie? Wie sie laut ihre Gedanken durch die Gegend schallen? Hörst Du sie? Wie sie einfach alles so herumknallen. Alles ist laut: Sie, ihre Technologie, ihr Leben, sogar ihr Sterben und Weggehen ist laut. 

Psst. Viele gehen nicht. Sie gehen einfach nicht. Sie sterben, sind tot, Und sie sind dann hier. Wieso denn nur?  Von Anstand keine Spur. Die Tiere sind auch laut geworden, sie tragen Chips in sich, mechanische Teile, und die sind laut, quälten, quälen. Herzen brechen, werden schwer. Doch der Mensch hört nimmermehr.

Die Wesen der Flüsse weinen. Doch wer hilft ihnen? Die Kinder verlernen die feinen Sinne und stumpfen ab, so sehr ab, dass alles in ihnen uns verdrängt, verpönt, verhöhnt. 

Potzblitz. 

Und manches stimmt, wenn ein Elfenlicht erlischt, weil wieder ein Kind seinen Glauben verlor, dann steigen zwei Seelenlichter zum Himmel empor. Denn auch die Seele des Kindes ist verloren, es wurde als Licht hierher geboren und kann nur im Lichte wieder gehen. Dazu soll es die Feine Welt, die Feen, Elfen, Gnome, Zwerge, … verstehen.

Und was macht ihr mit den Einhornfiguren? Fehlt euch jedes Hirn? Verwendet ihr es nur in Spuren. Unerhört. Kommerz, Bankkapital, sie zu sehen ist oft eine Qual. Die Edelsten unter uns werden so geschunden. Wir sagen des euch, unumwunden. 

Es war einst das Wissen in dieser Welt, wie Mensch sich mit uns die gute Waage hält. Vergesst den Hochmut und den falschen Stolz und zeigt allem was ist die Achtung und die Dankbarkeit, so kommen wir gemeinsam weiter.

Wir sind die Natur
Wir sind das Leben
Wir sind die Fäden
Wir verweben
uns wieder mit eurer Welt
doch nicht so wie es euch gefällt
so, wie es wirklich richtig ist

Wir sind an eurer Seite in der Not,
Wir freuen uns über ein Stück Brot
Wir sind bei euch um Trost zu spenden, und freuen uns an bunten Bändern
Wir lieben lachen und Musik, mach Platz und rock ein Stück

damit wir gemeinsam im schönen Reigen singen
damit wir gemeinsam das Tanzbein schwingen
als Symbol für die Reunion. 
Ach komm, Du wusstest es schon.

Wir sind so wahr, so echt wie ihr
im Umgang mit uns verlass Dich auf Dein Gespür
das aus dem Herzen.
Das aus dem Herzen. 

Ritter & Liebe

VON DEN EDLEN WERTEN UND DER BEZIEHUNG

Beziehungen sind ein Geschenk der Götter und können im Handumdrehen in etwas verwandelt werden, das wieder schön, befruchtend, und befreiend ist. Dieser Blogeintrag erinnert an die glorreichen Zeiten von Beziehungen und bildet Brücken zwischen damals und heute, damit – so Gott will – das, was beinahe verloren ist, wieder bekannt, gelebt und erstrebenswert wird. Diese Zeilen erinnern jeden an die feinen, zarten Nuancen von Beziehungen. Die sind, trotz aller Schönheit und Liebe, untergegangen. Dieser Eintrag ist weder eine Warnung noch eine Rüge. Er ist eine Botschaft and die Herzen, Persönlichkeiten und Ihr Beziehungsfeld. Mögen Sie gesegnet sein mit Verbindungen, die sie glücklich machen, bereichern, und Ihre Individualität schätzen. 

Einsamkeit ist der einzige Partner, den viele Menschen kennen. Die Konstante, die sie haben, aber sich nie gewünscht haben. Für wenige ist Einsamkeit eine bewusste Entscheidung. Ich höre von vielen Menschen, wie sehr sie sich nach einer Beziehung sehen und von vielen anderen, wie sehr sie eine Beziehung ablehnen. Wer versteht, was Beziehung ist, fällt weder in die eine noch in die andere Kategorie. Denn Beziehung ist eine Verbindung, die über die Materie hinausgeht. Sie ist mehr als ein warmer Körper im selben Bett oder leuchtende Kinderaugen. Sie ist die Verbindung, die wegen des armen Körpers und wegen der leuchtenden Kinderaugen in unseren Herzen entsteht. 

Herz, Beziehungen, Umwelt, und die Verwirklichung der eigenen Persönlichkeit, das gehört alles zusammen. Es gehört zusammen. Zusammen. 

Es soll jetzt wieder Ihr, Dein, mein, unser Ziel sein, all diese Aspekte zu leben, zu beleuchten. Zu hegen und zu pflegen. Es ist endlich wieder Zeit, Beziehungen zu kultivieren. Umarmungen nur mit Menschen zu tauschen, die man liebt und mit diesen Geliebten dafür regelmäßig und warmherzig. 

Aber es gibt doch so viele Beziehungen, so viele Weltverbesserer werden Sie jetzt sagen. Ja, doch wie sagte es eine liebe Desingerfreundin kürzlich: weißt Du so eine Liebe, wo er … whuu… einfach … das gibt es heute gar nicht mehr. Sind alle Beziehungen Lügen? Nein, sie sind nur abgeflacht, abgeflaut und nutzen oder kennen nicht die feinen Aspekte, die jede Beziehung so besonders macht. Ist das wichtig? Ja, es ist jetzt wieder wichtig, weil die Energien sich geändert haben und die Menschheit sich mit ihr.  

Was einst jeder wusste

Einst war Liebe das größte Geschenk, das ein Mann erhalten konnte. Er war geehrt, so bewegt, so sorgsam, so beeindruckt, in Mark und Bein bewegt von dieser Frau. Er machte ihr den Hof, umwarb sie und schmiedete gemeinsam mit ihr Pläne für die Zukunft. Sie war seine Welt, seine Zukunft, sein ein und alles und ihr legte er seine Welt zu Füßen. Es gab keinen Zweifel, weder in seinem Verstand noch in seinem Herzen. Er musste nicht nachdenken, ob er vielleicht irgendwann um ihre Hand anhalten würde. Er war sicher. Und er musste sie davon überzeugen, dass er der richtige Mann für sie war.

Einst hatte eine Frau die Möglichkeit, die Ruhe, einzuatmen und sich den Charakter eines Mannes sehr genau anzusehen, bevor sie ja sagte. Sie wusste, er würde hartnäckig bleiben, weil er ein Ziel hatte: der Mann zu sein der es wert war, den Rest ihres Leben mit ihm zu verbringen. 

Einst sahen heranwachsende Kinder wie ihre Eltern etwas erschufen, eine Leben und eine Zukunft basierend auf Liebe, Vertrauen, Werten und gemeinsamen Zielen. Sie lernten durch Osmose wie man ein gutes Leben führt, und wie die feineren Aspekte von Gemeinschaft funktionieren: mit Respekt, Grenzen, der höchsten Achtung für die Individualität jedes einzelnen. 

Finetuning 

Wenn wir an Beziehungen denken, denken wir of an Liebe, oder Lust. An Elternschaft. Mama oder Papa sein. Was ist denn eine Beziehung? Eine Beziehung ist die selbe Magie die eine Blume zum Blühen bringt, ist die liebende Energie, die Leben in Bäume haucht und neues Leben schafft. 

Eine Beziehung ist so viel mehr als zusammen zu leben. Der Spaß und die Farben, die eine Frau in das Leben eines Mannes bringt. Die Wertschätzung, die man seinem eingleisigen zielorientierten Verstand entgegenbringt. Der zarte Kuss, den man de, anderen gibt, bevor man das Haus verlässt und wenn man wieder kommt. Die Arbeit, die es braucht, damit man die Feinheiten und Nuancen spürt und um eine Welt zu erschaffen, die die Bedürfnisse aller Stammeszugehörigen berücksichtigt. 

Diese Feinabstimmung in Beziehungen und das Wiederbeleben bewährter Ideen haben nichts mit hoffnungsloser Romantik zu tun. Es geht um’s Überleben. Wir marschieren am Freitag für unsere Zukunft (Fridays for Future) und werfen am Samstag die Coladose aus dem Autofenster oder den Zigarettenstummel auf den Boden. Wir marschieren für die Zukunft, aber damit wir zu dem Treffpunkt gelangen fährt jeder in seinem Auto, selbst, allein. Weil es aus der mOde gekommen ist sich fix zu verabreden. 

Wir feiern Hochzeiten als gäbe es kein morgen. In manchen Ländern sieht man enorme Schulden als kleinen Preis für die Traumhochzeit. Zeit und Energie die man besser darauf verwenden könnte die gemeinsame Zukunft zu planen, eine Vision zu entwickeln, eine Mission. Denn was ist es denn, was Sie als Paar erreichen wollen? Familie, reisen, Sonntagsessen? Möchten Sie während des Frühstücks lesen oder reden, planen, lachen? 

Ein facebook Post ist keine Beziehung, noch nicht einmal Kommunikation. Es ist ein Plakat, ein Poster, eine Nachricht an Massen in der Hoffnung, das jemand sich angesprochen fühlt. Man kann nich so viel liken und kommentieren, doch nichts davon wird je das Gefühl von Freundschaft, Vertrauen oder Liebe so vermitteln wie es direkte, persönliche Kommunikation kann. Oder eine Umarmung. Oder jemanden anzurufen, weil man fühlt, dass er einen Freund gebrauchen könnte. 

Denken Sie an die Freunde, die sich in schönen und schweren Zeiten bewährt haben. Sind das die, die Sie regelmäßig treffen oder ist das jemand, mit dem Sie online verbunden sind?

Es ist Zeit, dass wir einander wieder wertschätzen. Es ist Zeit die Unterschiede zu sehen, se zu feiern und im täglichen Leben darauf Rücksicht zu nehmen. Es ist Zeit, dass wir die Magie in der blühende Rose sehen, die Energie spüren, die einen Samen sprießen lässt und erkennen, dass eben diese Energie es ist, die uns, Beziehungen, Familien und die Welt bewegt.  

Feinheiten und Nuancen

Technologie – so sehr ich sie auch liebe – muss durch echte, natürliche Gefühle ausgeglichen werden. Die lautstarken und die leisen, die groben und die feinen. 

Es sind diese feinen Frequenzen die man leicht ignoriert, vergisst oder überhört. Insbesondere in Beziehungen: manche geben zu viel, andere zu wenig. Anmaßung, Überforderung, Grenzüberschreitung und unangemessenes Verhalten treffen auf Kälte, Gleichgültigkeit oder die fürchterlichste Form der Liebe: die Unentschlossene.

Nie habe ich Menschen gesehen, die schwerer oder tiefer im Herzen verletzt wurden als jene, deren Geliebte/r sagt: Ich kann nicht. Ich werde nicht. Für die Kinder ist es besser so. Es ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt.

Und niemand ist einsamer als jene Menschen, die in ihren Beziehungen ignoriert werden, in Beziehungen, die sie eigentlich nähren sollten. Wenn Bedürfnisse ignoriert oder wegargumentiert werden. 

Logik, die grausame Logik, killt Liebe und Leben. 

Subtil und sanft. Leise und malerisch. Die kleinen Gesten und die subtilen Veränderungen. In einer Krise ist Zusammenhalt leicht, weil lebensnotwendig. Werden wir nach der Krise noch wissen, dass Liebe lebensnotwendig ist?

Höre und fühle

Die Energie, die Leben in die Blume haucht und sie zum Erblühen bringt ist fein, kaum spürbar. Ein Wunder. Eine Macht. Dieselbe wundervolle Energie braucht es heute um eine Beziehung zu führen. 

Wertschätzung, Respekt, Fürsorge, Zärtlichkeit, Grenzen, Arbeit, um nur einige zu nennen, sind notwendig, damit Beziehungen funktionieren. Und die Quelle all dessen ist Individualität: ihre und die ihrer Familienmitglieder. 

Diese feine subtile Energie ist schwer in Worte zu fassen. Sie soll erlebt werden. Sie soll kultiviert, erlernt und trainiert werden. Sie liegt in den kleinen Gesten, zum Beispiel darin mit den Fingerspitzen zärtlich über die Wange der geliebten Person zu streichen und dabei völlig offen zu zeigen, wie bewegt, erschüttert, verliebt und ergriffen man ist. Zu wissen, wie der andere den Tee trinkt und ihn richtig zuzubereiten. Eine Blume zu betrachten und Verständnis zu erhalten. Dieses Gefühl bedeutet sich bewusst zu sein dass wir alle verletzlich, verbunden und bedürftig sind. 

Jede Zeit ist die richtige Zeit das Essentielle zu überdenken. Was Sie brauchen und was Sie wirklich geben wollen. Schalten Sie das Telefon aus, gehen Sie offline und atmen Sie tief ein, nehmen Sie ein Bad. Oder erfinden Sie etwas. Versuchen Sie zu spüren, was die Menschen, die um sie sind, brauchen, die lauten Bedürfnisse und die leisen, feinen, die die unbedeutend scheinen. Es ist in dieser Wahrheit, am Grund der Seele und der Herzen, wo die größte Freude liegt und die größten Schmerzen. Das Feine nicht zu sehen, heißt den anderen nicht zu verstehen. Doch jeder kann den Herzensweg gehen, mutig sein, sich befreien und wird sich so am Leben erfreuen. 

Und hätt ich die Liebe nicht

Und hätt ich die Liebe nicht
ich wäre vom Göttlichen getrennt
und hätt ich die Liebe nicht
mir fehlte jegliches Fundament

Und hätt ich die Liebe nicht zwischen uns zweien
würde mich trotzdem vieles im Leben erfreuen
die Saat und die Ernte
die Inspiration und das Gelernte

Und hätt ich die Liebe nicht
hätte ich immer noch Sicht
auf die Liebe Gottes, die Liebe der Welt
und trotzdem würde ich merken: etwas fehlt

hätt ich die Liebe nicht
die Liebe zu Dir
und Deine Liebe her zu mir
die Liebe
die Liebe

zwischen zwei Seelen
wie könnte ich sie je erwähnen
in den Worten und Gedichten
in den kurzen und langen, langen Geschichten

von ihr schreiben, sie besingen
in ihrem Rhythmus zu allem schwingen
wie könnt ich 
könnt ich nicht
hätt ich diese Liebe nicht

hätt ich diese Liebe nicht
von der die ganze Menschheit spricht
die zwischen Herzensseelen
die die zu etwas Wunderschönem
werden kann
Frau, Mann
Du, ich
wir

wegen der Liebe sind wir alle hier. 

Vergebung

Vergebung – mit sich und der Welt ins Reine kommen

Eine weise Frau hat mir einmal gesagt, man kann das Leben als Freund oder Feind betrachten. Als etwas das für Dich geschieht, oder etwas das Dir zustößt. Die eigene Einstellung so positiv zu gestalten ist möglich – und geht leichter mit einem Quäntchen Vergebung. Vergebung ist ein Thema, das so alt ist wie die Menschheit selbst. Und aktuell wie eh und je. Vergebung ist ein Konzept, das allen Religionen gemeinsam ist, allen spirituellen Schulen und allen Angeboten, die das innere Gleichgewicht fördern – von Yoga bis Bogenschießen. Vergeben macht den Weg frei für eine schönere Zukunft.

Was, bitte schön, wollen Sie?

Wenn Sie Vergebung googeln, finden Sie verschiedenen Definitionen. Vergebung wird als psychologisches, buddhistisches oder religiöses Konzept dargestellt. Eine der Definitionen auf Wikipedia sagt, dass Vergebung von der Opferhaltung befreit, weil man auf den Schuldvorwurf verzichtet. Und wieder liegt es an uns? Wieder sollen wir die ganze Arbeit machen, während der Schuldige sich bequem zurücklehnt? Ja. Denn das Beste an der Vergebung ist das Geschenk, das sie Ihnen bringt: der Steigerung Ihrer Lebensqualität.

Vergebung bedeutet die Vergangenheit gehen zu lassen. Vergebung ist die Hingabe an die Menschlichkeit und ihre Fehler und das vollkommene Aufgehen im göttlichen Plan. Vergeben heißt ebenso sich selbst anzunehmen, sein Leben, wie das des anderen. Niemand, der nicht wirklich zu vergeben bereit ist, kann seinen Weg in eine Zukunft finden die von den Sünden der Väter befreit ist. Vergebung trägt zur Verbesserung der Menschheit und der Erde ebenso bei wie zur Steigerung der Lebensqualität des Einzelnen. 

Vergebung bedeutet die Vergangenheit gehen zu lassen.

Wissenschaft und Religionen, sogar Computerspiele, kennen den Begriff der Erbschuld. In der Wissenschaftlichen finden wir sie in der Epigenetik, in den spirituellen Dimensionen ist Erbschuld das Karma. In Computerspielen muss ein Gegner solange bekämpft werden, bis man ihn besiegt. Und der Gegner wird stärker, je öfter man ihm unterliegt. In diesem Szenario beschreibt Technologie sehr anschaulich, was ohne Vergebung geschieht. Erbschuld ist wie eine kaputte Platte: Wir erben von den Vorvätern etwas, das uns das Leben schwer macht und das immer wieder kommt. 

Ohne Vergebung kommt die Vergangenheit immer wieder. Woran kann man erkennen, dass ein Thema wiederkehrt? Manchmal fühlt es sich an wie ein Déjà-vu, wenn es einem wie Schuppen von den Augen fällt und man innerlich stöhnt: ‘Nicht schon wieder!’ oder sich als ‘Idiot’ bezeichnet. Manchmal fühlt es sich an wie eiskalter Schock, wenn man in der eigenen Frau die Verhaltensweisen seiner Mutter sieht. Oder man wirft einem Kind vor: “Du bist wie Oma/Opa/Mama/Papa/Urgroßvater…”. 

Vergebung bedeutet, die Vergangenheit ein für allemal, durch alle jetzigen und künftigen Generationen gelöst zu haben. Nicht begraben, nicht verdrängt. Gehört – verstanden – und abgehakt. Vergangenheit muss verdaut werden, damit sie nicht mehr schwer im Magen liegt. 

Wie lange Vergebung dauert? Einen bewussten Moment lang. Ein Mensch in der unendlichen Kette braucht die Weitsicht und das Verständnis, um den Gegner ein für allemal zu besiegen. Mit Herzenswärme und Güte. 

Vergebung ist die Hingabe an die Menschlichkeit und ihre Fehler und das vollkommene Aufgehen im göttlichen Plan.

In ihrem Buch über Hoffnung trotz Holocaust schreibt Dr. Edith Eva Eger von Gott. Nicht Seine Abwesenheit hat sie in das KZ gebracht, sondern Seine Anwesenheit hat sie überleben lassen. Viele Überlebende von unglaublichen Grausamkeiten schildern jenen Moment, in dem sie sich bedingungslos an das Leben oder Gott übergeben haben als den Moment, in dem sie die Kraft geschöpft haben weiter zu machen. 

Die Gabe des Vergebens ist für diesen Prozess wie ein Katalysator. Man muss erst Gott, dem Universum, dem Leben, Buddha, Allah… vergeben, um sich wieder vertrauensvoll in Seine Hände zu begeben. Ohne Groll öffnen sich die Türen zu Verständnis und Demut. Manches kann man nur annehmen. 

Ob das Opferhaltung bedeutet? Ganz klar nein. Ein Opfer hadert mit seinem Schicksal und lässt sich gefallen, was geschieht. Ein Vergebender nimmt das Schicksal an und hofft, dass es sich bessert. 

Vergeben heißt ebenso sich selbst anzunehmen, sein Leben, wie das des anderen. 

Irgendwann kommt auch der Zeitpunkt, wo man jenen vergeben kann, die einem Schmerz und Unrecht angetan haben. Man vergibt ihnen die Sünden und entscheidet, wie man dabei vorgeht. 

Vergebung braucht kein Gegenüber – man kann sich entspannt zurücklehnen und warten, bis der andere einen aufsucht. Mit Vergebung kommt man mit sich selbst ins Reine und nimmt dem anderen all seine Wichtigkeit, beraubt ihn der Macht, die er über einen hat(te). 

Vergebung braucht kein Gegenüber, keine Aussprache. Vergebung braucht die Akzeptanz des anderen – mit seinen Fehlern. Sie braucht offene Augen, die sehen, was jetzt ist und nicht das, was einmal war. Vergebung macht reinen Tisch, reine Luft und freie Sicht. 

Vergebung braucht kein Gegenüber – aber wenn man ihm begegnet, braucht es Zeit und Arbeit. Hingabe, um den Rahmen abzustecken, und zu klären, wie man nun gemeinsam weitermacht. Die alte Sache ist vorbei und man arbeitet gemeinsam daran neue zu meistern.  

Niemand, der nicht wirklich zu vergeben bereit ist, kann seinen Weg in eine Zukunft finden die von den Sünden der Väter befreit ist.

Ich sage es noch einmal: das Leben wiederholt sich so lange, bis jemand aus der Endlosschleife aussteigt, indem er die Lernaufgabe bewältigt. Wir finden so lange immer wieder einen Partner, der betrügt, bis wir lernen, andere Massstäbe zu setzen. Wir finden so lange immer wieder ‘naja-Jobs,’ bis wir ehrlich beantworten können, was den ein ‘juhu-Job’ wäre. Wir finden so lange keine anderen, bis wir die Mauern um uns nicht abbauen. 

Dazu ist es wichtig zu vergeben – und vor allem auch sich selbst zu vergeben. Fehler, Peinlichkeiten, Unangenehmes, Unsagbares. Nichts ist so schlimm, dass es einem nicht vergeben werden könnte. Wenn Dr. Eger einem KZ-Arzt vergeben kann, dann kann man Ihnen auch vergeben. Die Rolle des Opfers ist manchmal auch sehr selbstgefällig. Bequem. Vergebung ist die Antriebsdüse für den ersten, zweiten, dritten nächsten Schritt.

Vergebung trägt zur Verbesserung der Menschheit und der Erde ebenso bei wie zur Steigerung der Lebensqualität des Einzelnen. 

Vergebung befreit Magen und Schultergürtel von Spannung und Krämpfen. Das alleine ist schon eine Erleichterung. Wenn Menschen sich vergeben, ermöglichen sie dadurch auch eine optimierte Entwicklung: Fehler im Betriebssystem werden ausgemerzt, das Nachfolgemodell funktioniert besser und hat dadurch einen Startvorteil. Vergeben bringt Frieden, keine Rechtfertigung. Vergeben bringt Chancen und neue Möglichkeiten. Vergebung bringt das Göttliche in den Alltag und erinnert daran, dass es niemanden gibt, der nur schlecht ist. Menschen treffen manchmal schlechte Entscheidungen, aber eine Umkehr ist immer möglich. 

Vergeben Sie sich, dann werden sie diese Umkehr und alle damit verbunden Hürden meistern. Nicht als Opfer, nicht als Heiliger. Als Mensch. Würdevoll.