Trübe Sinne

WAHRNEHMUNG  

(Feber 2020) Wenn Sie wie ich im südlichen Teil der Steiermark wohnen, dann haben Sie sicher schon bemerkt, dass es wenig Niederschlag gibt. Dennoch scheint es, dass vielen Menschen der Novemberregen in so guter Erinnerung ist, dass die Wahrnehmung verschwimmt. Das ist ein Warnzeichen und dieser Blogeintrag beschäftigt sich mit Wahrnehmung, den feinen Sinnen und den abtrünnigen Dingen, die sich dieser Wahrnehmung in den Weg stellen. 

Wahrnehmung unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und von Rasse zu Rasse. Während Menschen ein Farbspektrum sehen, sehen Fledermäuse ein anderes. Wer Brille trägt, weiß wie verschwommen die eigenen Wahrnehmung werden kann. Verschwommene Wahrnehmung kann auch der Grund dafür sein, dass in zwischenmenschlichen Beziehungen auf einmal alles schief läuft. Man versteht sich nicht mehr, jedes Wort führt zu Explosion, Drama oder tödlicher Stille. Ein Auseinanderdriften ist unausweichlich. 

Für viele Menschen ist es immer noch schwer, die sich erweiternde Wahrnehmung anzunehmen. Seit vielen Jahren werden wir sensibler. Sensibel ist nun ein Wort, das wirklich keiner mit sich in Verbindung bringen möchte. Sensible zu sein ist negativ. Da hilft auch die Gruppe der sogenannten Hochsensiblen nicht. Zu recht werden Tests für Hochsensibilität kritisiert, weil die Symptome und Wahrnehmungen auch auf psychische Krankheitsbilder passen können. Diese Kategorisierung hat einen wesentlichen Nachteil: sie schafft Gruppen, Seiten, anstatt Brücken zu bauen. Dieser Blog hat den Auftrag, das Licht in Verbindungen zu bringen, Individualität zu fördern und dieser Eintrag im Besonderen ist ein wichtiger Beitrag dazu und dafür, mit der eigenen Wahrnehmung ins Reine zu kommen und voll im Leben zu stehen. Sensibilität ist ein Faktum für alle. 

Unsere Wahrnehmung dehnt sich aus. Insbesondere sehr rationalen Menschen fällt es schwer, das zu glauben. Ich bin Juristin, ich verstehe Sie. Sehen Sie Ihre Wahrnehmung als etwas, das Sie zum Überleben dringend benötigen. Wenn Ihr Instinkt Sie warnt, ist das die gute Sache. Manager, Polizisten, Stürmer beim Fußball und jeder, der schon einmal ‘so ein Glück’ gehabt hat, weiß, dass Instinkte wichtig sind. 

Wenn Sie sich mit Zielsetzung beschäftigen, wissen Sie, dass es mehr gibt, als Materie. Und daher ist es wichtig Maßnahmen zu setzen, wenn Ihre Sinne getrübt werden.

Trübe Tasse

Sie brauchen das volle Spektrum Ihrer Sinne, um als Individuum bestehen zu können. Was macht Sie also zur trüben Tasse – und viel wichtiger: wie gehen Sie damit um, ohne zum Aussteiger zu werden:

1.) Videospiele: Der Entzug von Videospielen, insbesondere solchen, die online mit verschiedenen Identitäten gespielt werden, ist schwerer als der von Crack, sagen Experten. Im Silicon Valley gibt es den Trend Kinder von Computern fernzuhalten. Der Hintergrund dazu ist folgender: bis zum Alter von 12 Jahren sind Kinder nicht in der Lage, dem Suchtpotential in Videospielen und Computern zu widerstehen. Außerdem hemmt Bildschirmzeit wichtige Prozesse im Körper: Vitamin D3, Melatonin, Serotonin, Schlaf und die Verbindung der Gehirnhälften. Gelerntes wird gelöscht und man muss immer wieder von vorne anfangen. Vermeintlich schlechte Lerner sind oft einfach nur zu viel vorm Bildschirm. Wenn Bildschirmzeit bisher Belohnung für’s Lernen war, wäre eine Alternative förderlich.
Videospiele stehen im Verdacht die Persönlichkeitsentwicklung zu hemmen. Eltern von süchtigen Kindern beschreiben sie sehr oft als “Zombies”. 

2.) Fernsehen/Printmedien: Sie erinnern sich noch daran, dass Produktplatzierungen in Fernsehfilmen und -serien in Kritik gekommen sind. Der Griff zu Chips, Cola oder anderen Produkten wurde damit gesteuert. Auch heute können Werbungen und Nachrichten so gestaltet werden, dass sie ein Ziel verfolgen. 

3.) Social Media: wie im Fernsehen und im Computerspiel ist es auch hier leicht den Fokus zu verlieren.  

Lösungen

Schärfen Sie Ihre Sinne und bleiben Sie wachsam. Wenn Sie noch nicht wissen wie, holen Sie sich Hilfe. Lassen Sie mich wissen, was Sie brauchen – je nach Situation, leite ich Sie gerne an die richtigen Personen weiter. 

Es gibt zu jedem Trend einen Gegentrend. In den 1970-er Jahren, als rauchen in war, gab es auch Menschen, die sich davon distanziert haben. Heute sind Raucher in vielen Bereichen geächtet. Sie brauchen nicht gegen den Trend zu kämpfen. Es reicht, sich für einen anderen Weg zu entscheiden und diesen zu gehen.

Kampf ist eine Illusion. Jede Veränderung, die in der Welt Fuß gefasst hat, ist durch Vorbilder entstanden, Charisma und Sanftmut. Gandhi und Christus haben Massen bewegt, und so taten es Martin Luther King, Mutter Teresa und Barack Obama. In Ihrem Umfeld gibt es sicher auch Menschen, die ein bißchen anders sind und dabei Brücken bauen. Menschen erreicht man, indem man das Gemeinsame sucht, nicht das Trennende. 

Stehen Sie zu sich und leben Sie so, wie es für Sie richtig ist. Gesellschaftsdruck ist eine Tatsache, Ihre Kompetenz auch. Sie haben die Werkzeuge, die es braucht, um Ihren Weg zu gehen und können auch für Ihre Kinder eine Situation schaffen, die ihnen diesen ‘anderen’ Weg erlaubt. Es gibt mittlerweile einige Menschen die das durchziehen, Sie sind nicht mehr allein. 

Dr. Verena Radlingmayr schreibt den Blog der Gilde des Lichts, damit Menschen als Individuen stärker sind und sich zu guten Gemeinschaften verbinden.